Bergwelten Fotografieren – Berge und Pflanzen richtig in Szene setzen

Sobald der Frühling mit den ersten Sonnenstrahlen lockt, beginnt wieder die Zeit der ausgiebigen Wanderungen und Bergtouren. Während man die Natur in vollen Zügen geniesst, bietet sich hier und da doch die Möglichkeit, sie in kunstvollen Fotografien festzuhalten. Wir zeigen Ihnen wie Sie in der Bergfotografie glänzen können und geben Ihnen nützliche Tipps wie Sie die wunderschönen und seltenen Pflanzen der Bergwelt, wie Leberblümchen und Gelber Frauenschuh, gekonnt in Szene setzen.


Berglandschaften fotografieren – Berge, Pflanzen und ihre Umgebung richtig in Szene setzen

Die Vorbereitungen für eine Wanderung mit der Kamera
Für eine erholsame Wanderung mit der Kamera ohne Rückenschmerzen ist es wichtig, die Fotoausrüstung so weit wie möglich zu reduzieren. Beschränken Sie sich nur auf das nötigste Equipment, um zusätzliches Gewicht zu vermeiden. Bei der Wahl der Objektive sollten Sie auf Funktionalität setzen und sich überlegen was Sie gern mit der Kamera festhalten wollen. Für die Bergfotografie eignen sich Weitwinkelobjektive hervorragend, um Panoramalandschaften abzubilden, aber auch ein Standardzoomobjektiv kann Ihnen durch seine Vielseitigkeit gute Dienste leisten.

Wollen Sie sich ganz auf die Pflanzenwelt konzentrieren, sollten Sie an ein Makroobjektiv denken. Viele seltene Pflanzen, wie der Gelbe Frauenschuh oder das Leberblümchen, wachsen gern versteckt im Wald. Ein kleines Reisestativ hilft, um den zum Teil schwierigen Lichtverhältnissen mit Langzeitbelichtungen zu trotzen.

Tipps für einzigartige Bergfotos
Ist die Fototasche gepackt, können Sie sich an die Bergfotografie wagen. Hier sind ein paar Tipps für gelungene Bergfotos:
– Versuchen Sie verschiedenen Perspektiven einzunehmen, um interessante Blickwinkel festzuhalten und so Fotos zu knipsen, die nicht alltäglich wirken.
– Nutzen Sie verschiedene Lichtsituationen aus. Besonders stimmungsvolle Bilder werden durch den Sonnenauf- bzw. -untergang erzeugt. Aber auch ein Spiel mit Gegenlicht kann einzigartige Fotos hervorbringen.
– Suchen Sie sich führende Linien in der Landschaft, um das Bild harmonischer und strukturierter wirken zu lassen.
– Um ein Foto vielschichtig zu gestalten, versuchen Sie verschiedenen Bildebenen (Vorder-, Mittel-, Hintergrund) auszufüllen.
– Für die Bergfotografie muss es nicht unbedingt sonnig sein. Schlechtes Wetter bietet ebenfalls interessante Motive, zum Beispiel interessante Wolkenformationen, die an den Bergspitzen hängen bleiben, oder Spiegelungen in Pfützen. Hierfür können Sie auch Filter einsetzen.


Alt: Ein Fluss fliesst durchs Tal einer Berglandschaft

Einzigartige Blumen und andere seltene Pflanzen richtig fotografieren
Wunderschöne Blumen, seltene Orchideen und andere beeindruckende Pflanzen wachsen oft versteckt in den bergigen Waldregionen. Sie benötigen daher ein waches Auge und Geduld, um diese seltenen Pflänzchen zu finden. Verlassen Sie jedoch auf der Suche nicht die ausgeschilderten Wanderwege und achten Sie darauf, diese geschützten Pflanzen nicht zu beschädigen. Ein respektvoller Umgang mit der Natur ist auf allen Wanderungen und Fotoausflügen stets zu beachten.

Wie bereits erwähnt, sollten Sie ein Makroobjektiv (50 bis 60 mm) oder ein Hilfsmittel wie beispielsweise eine Nahlinse verwenden, um Pflanzen detailreich ablichten zu können. Da die Lichtverhältnisse in schattigen Wäldern oft schwierig sind, sollten Sie den ISO-Wert möglichst klein halten und dafür mit einer längeren Belichtungszeit arbeiten. So halten Sie das Bildrauschen gering und erhalten trotzdem helle und scharfe Fotos. Bei einer langen Belichtungszeit muss die Kamera dementsprechend lange ruhig gehalten werden, weshalb Sie ein Stativ benötigen werden. Sollten Sie einen Blitz verwenden, dann achten Sie darauf, dass die Lichtverhältnisse stets natürlich wirken.


Nahaufnahme einer Blume – Durch eine geringe Schärfentiefe verschwimmt der Hintergrund.

Beim Zusammenspiel zwischen Schärfentiefe und Blendenzahl müssen Sie sich bewusst werden, welchen Effekt Sie mit dem Foto erzielen möchten. Soll der Hintergrund möglichst unscharf und verschwommen wirken, sollten Sie eine niedrige Blendenzahl wählen. So stellen Sie die Pflanze in den Vordergrund und störende Elemente im Hintergrund verwischen. Möchten Sie weitere Details aus der Umgebung mit ins Bild setzen, dann sollte die Blende möglichst geschlossen sein. So können Sie zum Beispiel den Gelben Frauenschuh in den Vordergrund setzen und eine Bergspitze im Hintergrund mit ablichten. Beachten Sie, dass die Belichtungszeit immer entsprechend angepasst werden muss.

Fazit
Natur- und Landschaftsaufnahmen lassen sich mit einer Wanderung sehr gut vereinigen. Achten Sie darauf, die Fotoausrüstung zu reduzieren und sich respektvoll im Wald und auf der Alm zu verhalten. Da sich das Wetter schnell ändern kann, denken Sie daran, auch einen Regenschutz für sich und Ihre Kamera einzupacken. Wenn Sie ein passendes Motiv gefunden haben, dann können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus und spielen Sie mit dem Licht, um einzigartige Fotos zu erhalten. Bei der Fotografie von Pflanzen können Sie durch gezielte Einstellungen an der Blende unterschiedliche Schärfentiefen erreichen und so interessante Bildkompositionen schaffen. Weitere interessante Artikel zum Thema Bergfotografie und zur Fotografie von Blumen und Pflanzen finden Sie auf der Webseite des Schweizer Fotomagazins «Fotos fürs Leben».

 

– Ein Fachbeitrag von Lisa Jelitte-Wolf, Fotos fürs Leben –

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